wie man schwer auftreibbare bücher auftreibt

Uni,VGS — 1. Jul 2011

(die folgenden tipps beziehen sich auf den standort zürich.)

lokale ausleihe
startpunkt ist der IDS gesamtkatalog (altes interface). es gibt auch ein neues interface, das ich aber deutlich weniger bequem zu benutzen finde.

mit der IDS-suche findet man titel in bibliotheken der universität zürich, der ZB sowie der ETH (die ETH hat mehr geisteswissenschaftliche bücher als man meinen würde).

ACHTUNG: diese suche ist nicht flächendeckend:

– nicht erfasst sind titel in der ZB, die älter sind als 1989. auf diese muss man über den digitalen zettelkatalog zugreifen. die benutzung desselben ist nicht ganz intuitiv – man muss ihn auch online so benutzen, wie wenn man vor dem offline-katalog stehen würde, d.h. man muss sich überlegen, welches im papierkatalog das ordnungswort wäre und nach diesem suchen.

– nicht erfasst sind sämtliche bücher des indogermanischen seminars. diese muss man vor ort am institut einsehen.

fernleihe
wenn man in der lokalen ausleihe nicht fündig wird, weitet man das suchfeld aus. zunächst benutzt man wiederum die IDS-gesamtsuche, wo auch die kataloge der unis bern/basel, luzern und st. gallen eingebunden sind. wenn man dort fündig wird, kann man sich die titel für eine kleine gebühr per kurier in die ZB liefern lassen (und nachher dort wieder zurückgeben).

wenn das noch nicht reicht, kann man es mit einer gesamtschweizerischen bibliothekssuche versuchen. dafür gibt es seit einer weile swissbib.ch, wo man titel auch etwa in bibliotheken aus der romanischsprachigen schweiz findet. bestellen kann man diese titel über die ZB, wobei eine etwas höhere gebühr anfällt als beim IDS kurier. zum bestellen loggt man sich auf zb.uzh.ch in sein ZB-benutzerkonto ein. dort sieht man dann eine option “Fernleihe-ZBZ – neue Bestellung”.

findet man auch bei swissbib.ch nichts, kann man bei der ZB eine unspezifische fernleihe aufgeben, und zwar über das gerade erwähnte formular “Fernleihe-ZBZ”. die ZB sucht dann selber nach einer bibliothek, die den titel hat. bei einer bestellung aus dem ausland fallen zusätzliche gebühren an.

herunterladen
mittlerweile gibt es eine reihe von webseiten im internet, die bücher zum download bereitstellen. es handelt sich allerdings ganz überwiegend um titel, die so alt sind, dass ihr urheberrecht abgelaufen ist. dies betrifft grob gesagt titel die vor ca. 1920 erschienen sind (faustregel: todesjahr des autors plus 70 jahre). die besten adressen dafür sind archive.org und google books. letzten endes gehen die allermeisten bei archive.org erhältlichen titel auf google books zurück. erstaunlicherweise ist aber die abdeckung bei archive.org viel besser, da google books zu einem bestimmten zeitpunkt viele bücher, die eigentlich schon gemeinfrei sind und als solche zum download angeboten wurden, wieder vom netz genommen hat. diese sind in der regel bei archive.org noch zu finden. für den download als PDF muss man bei archive.org jeweils auf der trefferseite links “All Files: HTTP” anklicken, und dort die PDF datei bzw. – falls es mehrere gibt – diejenige mit _bw.PDF (= black and white scan). der direkte link zum download funktioniert meistens nicht. zudem gibt es bei archive.org einen recht netten webbasierten buchleser.

eine weitere gute adresse ist die openlibrary.org, wo immer mehr titel online abrufbar sind. die meisten verfügbaren titel stammen dort meines wissens von archive.org.

natürlich lohnt sich auch immer eine simple websuche, aber darauf muss ich wohl nicht extra hinweisen.

kaufen
falls all dies noch nicht zum gewünschten resultat geführt hat, bleibt noch die option “kaufen”. die besten chancen hat man bei antiquariatsverbünden, von denen ich mit zvab und abebooks die besten erfahrungen gemacht habe. für skandinavistische bedürfnisse empfehle ich antikvariat.net – dort findet man mit etwas glück auch altgermanistische raritäten. auch über die amazon-buchsuche (marketplace) findet man gelegentlich interessante angebote.

fachrelevante bücher sind überwiegend vergriffen. falls es sich um etwas ganz neues, etwas ganz altes oder einen “bestseller” handelt, gibt es aber doch eine chance, dass der titel über den normalen buchhandel erhältlich ist.

vorsicht geboten ist bei neudrucken von ganz alter forschungsliteratur. in jüngster zeit haben sich eine ganze reihe von print-on-demand verlagen etabliert, die alte titel mit abgelaufenem urheberrecht neu auflegen. aber caveat emptor!: es handelt sich häufig um veraltete editionen, deren “echtes” publikationsdatum/auflage bei der bestellung nicht ersichtlich ist. sie sind ausserdem meist sehr billig gemacht, mit fehlern auf der titelseite, mieser druckqualität (so dass der text teilweise fast nicht lesbar ist), schiefen seiten usw.. berüchtigte verlage dieser art sind nabu press, kissinger pub co, koch media, bibliobazaar, … löbliche ausnahme sind die reprints der cambridge university press, die z.b. den grundriss von brugmann in einer recht nett gemachten fassung neu aufgelegt haben.

ein spezialfall sind amerikanische dissertationen. diese sind in der regel im buchhandel nicht erhältlich, da sie nicht bei verlagen gedruckt werden. man kann sie aber hier zu nicht ganz billigen preisen bestellen.

eine gesonderte erwähnung verdienen die titel des verlags von peter lang. dort erscheinen immer wieder sprachwissenschaftliche titel, die ich aus irgendeinem grund im normalen buchhandel nicht finde. bestellungen sind aber direkt über die verlagshomepage möglich.

notfälle
in notfällen kann man sich immer in den zug nach konstanz setzen. die ub konstanz ist von zürich aus in 1h30min erreichbar und hat durchgehend offen (24/7).

falls jemand weitere heisse tipps hat, bin ich froh um entsprechende hinweise.

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